Fossilien der Grube Messel

Einführung

Die Grube Messel bei Darmstadt ist berühmt geworden für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilen aus der Zeit des Eozäns von vor ca. 47 Millionen Jahren. Nach vielen Jahren der Unsicherheit über das Schicksal der Grube, wurde die Fossilfundsstätte Grube Messel wegen ihrer außerordentlichen Bedeutung für die Paläontologie im Jahr 1995 schließlich auf die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Für fast 100 Jahre wurde der bituminöse Tonstein im Tagebau der Grube Messel abgebaut und es war seit langem bekannt, dass dieses Gestein Fossilien von diversen Wirbeltieren, Pflanzen und Insekten enthält. Als nach Einstellung des industriellen Abbaus die Grube in den frühen siebziger Jahren zugänglich wurde, kamen Privatsammler in den stillgelegten Tagebau und suchten intensiv und erfolgreich nach Fossilen. Während der wenigen Jahre bis 1974 - bevor die Grube für die Öffentlichkeit gesperrt wurde und die Vorbereitungen begannen das Gelände zur Mülldeponie auszubauen - arbeiteten passionierte Privatsammler in der Grube, und bargen und präparierten eine Vielzahl von spektakulären Fossilien. Sie entwickelten die spezielle Transfer-Präparationsmethode um die Fossilien vor dem Zerfall in dem zerbrechlichen und leicht vergänglichen Ölschiefer zu schützen und dauerhaft zu konservieren. Der Sammelerfolg der Privatsammler und die späteren Grabungsaktivitäten diverser paläontologischer Institute und Museen förderten eine Vielzahl seltener Fossilien in außergewöhnlicher Erhaltung zutage. Vollständig zusammenhängende Skelette von Wirbeltieren, Muttertiere mit Föten, Mageninhalte, Hautschatten, Haare, Federn, und vieles mehr, machen die Besonderheit der Messel-Fossilen aus. Die Fossilien der Grube Messel ermöglichen uns einen einzigartigen Einblick in die Flora und Fauna einer tropisch-subtropischen Landschaft vor 47 Millionen Jahren zu gewinnen.

Die meisten Fossilen, die auf diesen und den folgenden Seiten abgebildet sind, stammen ursprünglich aus der Sammlung von Otto Feist, Mühltal, die er während seiner Sammel-tätigkeit in der Grube Messel in den Jahren 1972 bis 1974 zusammengetragen hat.